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Schaeffler kündigt wieder harte Einschnitte ein

Herzogenauracher Autozulieferer Schaeffler legt bei seinen Einsparprogrammen nach

Groß ist das Vertrauen der Automotivebranche in der angepeilte Aus vom Verbrenner-Aus auf EU-Ebene nicht. Es soll eigentlich die Wandel vom Verbrenner zum E-Auto verlangsamen und so Herstellern und Zulieferern mehr Luft ermöglichen. Doch nun legt auch der Herzogenauracher Auto- und Industriezulieferer Schaeffler bei seinen Einsparprogrammen nach. Unter der Überschrift eines „weiteren Ergebnisverbesserungsprogramms“ fallen insgesamt 3.460 Stellen in Europa weg. Der Großteil des Jobabbaus ist für Deutschland mit 2.660 Arbeitsplätzen geplant. Dabei geht es nicht nur um ein Abspecken auf der Personalseiten. Auch ganze fünf Standorte, davon vier in Deutschland, machen gemäß Ankündigungen zu.

Das Licht geht in Dortmund mit aktuell 430 Beschäftigten und am Standort Morbach (160) für immer aus. Beide produzieren als Teil der Sparte Powertrain & Chassis Produkte für Verbrennungsmotoren. Außerdem trifft es das Werk in Berlin. Das vierte Werk findet sich im mittelfränkischen Höchststadt/Aisch im Bereich Werkzeugbau. Zusätzliche Stellenstreichungen betreffen in Mittelfranken den Sondermaschinenbau in Erlangen sowie die Fertigungen in Herzogenaurach und Nürnberg. Insgesamt fallen mit diesem Programm rund neun Prozent der am Ende des dritten Quartals exakt 31.957 Mitarbeiter bis 2028 weg. Zu den großen Schaeffler-Kunden zählen die gebeutelten Autobauer VW, Mercedes und BMW.

Das Streichkonzert ist für Vorstandschef Klaus Rosenfeld ein Standortbekenntnis, um „in Deutschland und Europa langfristig wettbewerbsfähig und kosteneffizient zu entwickeln und zu produzieren“. Der börsennotierte Konzern reagiert so auf das flaue Geschäft als Ausrüster für Autos. Vor Corona lag die Zahl produzierter Autos 2019 in Europa noch über 22,5 Millionen, in diesem Jahr dürften es nur noch nur 15,3 Millionen Stück sein. Zudem treiben die kriegerische Auseinandersetzungen rund um die Straße von Hormus trotz deutschem Tankrabatt für hohe Benzinkosten, eine Normalisierung ist nicht in Sicht. Das erleichtert den Verbrauchern die Entscheidung für den Umstieg auf ein E-Auto. In Deutschland lag 2025 das Plus von einem niedrigen Niveau aus bei 43 Prozent. In den ersten drei Monaten 2026 wuchs die Neuzulassung der Elektro-Pkw bislang mit 58 Prozent.

Laut Unternehmensangaben hätte der Stellenabbau eigentlich noch größer ausfallen müssen. Aber ergänzend will der Konzern einen freiwilligen Gehaltsverzicht als Solidaritätsbeitrag verhandeln. Füpr die Jahre 2027 und 2028 sollen die Personalkosten pro Kopf beginnend mit dem Vorstand über alle Hierarchieebenen hinweg sinken. Der FAZ sagte Rosenfeld, der Vorstand werde auf zehn Prozent seines Gehalts verzichten und die Führungskräfte in einem etwas geringeren Umfang.

Diesen Kurs kritisiert die IG Metall scharf, die gerade für ein Lohnplus von 5 Prozent auf die Straße ging. Der Konzernbetriebsrat vermisse die Kreativität vermissen, die es angesichts der Krise brauche. „Wer immer neue Abbauprogramme auflegt, Standorte schließt und die Personalkosten senken will, stärkt den Standort Deutschland nicht, sondern schwächt ihn.“ Er fordert ein belastbares industrielles Zukunftskonzept. Das sollte konkrete Investitionen sowie die künftige Ansiedlung von Produkten, Technologien und Wertschöpfung an den deutschen Schaeffler-Standorten aufzeigen.

Der Umbau ist ziemlich steinig, seit 2020 sehen die mittlerweile vier großen Programme in Summe einen Stellenabbau von rund 13.900 Mitarbeitern vor. Dazu kommen Freiwilligenprogramm und Altersteilzeit. Zuletzt wurde im August 2026 die Maßnahme zur Altersteilzeit auf 1.300 Stellen.

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