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NGG: „Magerquark-Angebot“ im Tarifkonflikt

NGG kündigt Warnstreiks in Molkereien und Käsereien in ganz Bayern an

Die bayerische Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, NGG, kündigt Warnstreiks in Molkereien und Käsereien in ganz Bayern an. Demnach drohe zwar keine „Milch-Ebbe“, es könne aber in Bayern schon erste Lücken in den Kühlregalen geben. In der nächsten Woche treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber zur dritten und entscheidenden Tarifrunde. Bislang habe die bayerische Milchwirtschaft umgerechnet auf ein Jahr lediglich 1,9 Prozent mehr Lohn angeboten. „Das reicht nicht. Das ist – flapsig gesprochen – ein ‚Magerquark-Angebot‘“, so der Landesbezirksvorsitzende der NGG Bayern und Verhandlungsführer Mustafa Öz. Die Gewerkschaft fordert für die gut 20.000 Beschäftigten der Milchwirtschaft in Bayern ein Lohn-Plus von 4,1 Prozent.

„Der bayerischen Milchwirtschaft geht es wirtschaftlich gut“, ist sich Öz sicher. Das sehe man auch daran, dass bis zu 4 Schichten in den Betrieben gefahren werden – und das teilweise siebe Tage. „Das geschieht allerdings zu Lasten der Beschäftigten.“

Der bayerische Arbeitgeberverband der Bayrischen Ernährungswirtschaft, abe, hält dagegen. So habe man einerseits 2023 mit einer Tariflohnerhöhung von knapp 9 Prozent die Reallohnverluste der Beschäftigten überkompensiert. Andererseits leide man an extrem hohen Milchmengen. Dieser Mengendruck führe für die Unternehmen der bayerischen Milchwirtschaft zu einem harten Preiskampf mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Der wiederum habe seine Butter- und Milchproduktpreise Ende 2025 massiv abgesenkt. Laut abe drücke das Überangebot den Milchpreis im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Cent pro Kilogramm Milch.

Das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft, LfL, bestätigt in seinen Zahlen den Trend. Der Milchpreis hat in den ersten Monaten 2026 eine rasanten Abwärtstrend eingeschlagen. Er liegt deutlich unter dem Jahresmittel 2025 und auch unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Zuletzt ging im Freistaat die Zahl der Milchkuhhaltungen um knapp 3 Prozent zurück. Sie liegt nun bei 21.350 Betrieben, die im Durchschnitt 48 Milchkühe halten. Die Zahl der Milchkühe sank leicht auf 1,03 Millionen Tiere.

Beitragsbild: NGG Bayern