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1 Einkommensmillionär auf 1.679 Beschäftigte

Auf 1.679 Beschäftigte kommt in Nürnberg 1 Einkommensmillionär

Vor der eigenen Haustür treffen Welten aufeinander: Es gibt 191 Einkommensmillionäre in Nürnberg. Gleichzeitig haben 320.600 Menschen einen Job – sie arbeiten vor allem im Handwerk, in der Industrie und in der Dienstleistung, um ihr Geld zu verdienen. Damit kommen in Nürnberg 1.679 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Nürnberg Fürth (NGG). Die NGG Nürnberg-Fürth beruft sich dabei auf Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und der Arbeitsagentur.

„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in Nürnberg aus“, sagt Regina Schleser. Die Geschäftsführerin der NGG Nürnberg-Fürth warnt dabei „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage in der Stadt“. Die Gesellschaft gerate immer mehr aus den Fugen. Es gehe nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. „Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen.“ Hinzu kämen diejenigen ohne Arbeit und die, die mit Armut im Alter klarkommen müssen. „Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“, warnt Schleser.

Die Gewerkschafterin appelliert jetzt an die Bundestagsabgeordneten aus Nürnberg und der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Laut Schleser dürfe man die Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast mit Lohn- und Mehrwertsteuer. Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen.

Auf keinen Fall dürfe Arbeit stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden von Aktien oder Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren. Denn dafür falle meistens pauschal nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien das A und O der Reformen, die der Bund jetzt anschieben müsse. „Ein Durchschnittspaar zahlt immerhin 43 Prozent Steuern und Abgaben“, sagt Schleser. Das müsse Schwarz-Rot jetzt ändern.

Beitragsbild: NGG / Nils Hillebrand