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Sparkasse wächst 2025 behutsam weiter

Bilanzsumme der Sparkasse Nürnberg 2025 erneut gestiegen

Auch für den regionalen Platzhirsch in Geldangelegenheiten, die SparkasseNürnberg, ist der Konkurrenzdruck groß. Digitalisierung und der Kampf gegen FinTechs etwa im Wertpapierbereich verlangen große Investitionen. Gleichzeitig bleibt auch 2025 das Geschäft der Filialbank mit persönlichen Beratung eine personalintensive Aufgabe. Gleichwohl zeigt sich Matthias Wittmann, seit Jahresbeginn Vorstandschef der Sparkasse Nürnberg zufrieden: „Wir konnten bei Einlagen und bei Krediten zulegen, so dass die Bilanzsumme erneut gestiegen ist.“

2025 legte die Bilanzsumme um 1,7 % auf 13,3 Mrd. Euro zu. Die Kundeneinlagen wuchsen ähnlich auf 10,5 Mrd. Euro und das Kundenkreditvolumen erhöhte sich etwas langsamer auf 8,3 Mrd. Euro. Mit insgesamt 402.501 Kunden in Nürnberg und dem Nürnberger Land – 364.800 Privatkunden und 37.707 Firmenkunden ­– setzt rund jeder zweite Einwohner im Geschäftsgebiet, auf die Sparkasse Nürnberg. Unterm Strich blieb ein Jahresüberschuss von 27,4 Mio. Euro übrig, im Vorjahr waren es 22,3 Mio. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 41 auf 1.617 Beschäftigte. Unter den brutto 139 Neueinstellungen befanden sich 59 Auszubildende. Die Zahl der 47 BeratungsCenter blieb stabil. Sie werden durch 42 SB-Standorte ergänzt zwei weniger als im Vorjahr

Im Firmenkundengeschäft galt ein Augenmerk der Finanzierung nachhaltiger Energieprojekte in der Region – darunter Windkraftanlagen und Solarparks. Die Bank sieht diese Engagements als wichtigen Beitrag zur Energiewende in der Region. Mit den von der Sparkasse Nürnberg finanzierten Energiequellen werden rund 13.000 Haushalte in der Metropolregion Nürnberg mit sauberem Strom versorgt.

Schlaglichter ins Geschäft

In der Sparte Immobilien entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 die private Baufinanzierung entwickelte mit einem Plus von knapp 53 Mio. Euro positiv. Allerdings waren es in 2024 mit 504 Mio. Euro deutlich mehr. Im Schnitt vermittelte das Geldhaus mit 362 Objekten eine Immobilie pro Tag. Dabei standen angesichts hoher Baukosten Bestandsobjekte im Fokus. Die Käufer entschieden sich daher gezielt für die Nutzung, Aufwertung und Modernisierung vorhandener Gebäude.

Das Depotvolumen der Kunden wuchs um rund 459 Mio. Euro und lag bei insgesamt 4,6 Mrd. Euro. Der Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft stieg von rund 39 Mio. Euro auf 127 Mio. Euro. Besonders gefragt waren ETFs, Fonds, Zertifikate und regelmäßige Sparpläne. Angesichts das generell wachsenden Börseninteresse plant die Sparkasse Nürnberg in diesem Jahr, das Sparkassen-Depot „S-Neo“ vom Verband für das Smartphone einzuführen. So will sie dem Trend mobiler Wertpapierangebote durch sogenannte Neobanken etwas entgegensetzen. Kunden finden S-Neo künftig direkt in der „App Sparkasse“.

Bezahlen der Zukunft

Ebenfalls in der App findet sich die sichere europäische Zahlungslösung Wero. Damit lassen sich Geldtransfers mittels Mobilfunknummer in Sekunden von Konto zu Konto oder im Online Handel machen. Insgesamt nutzen bereits über 5,5 Mio. Sparkassenkunden in Deutschland Wero. Die neue Lösung gilt als europäische Hoffnung gegen die Übermacht von PayPal auch im deutschen Markt. Die Sparkasse Nürnberg hat allerdings schon eine ordentliche Liste gescheiteter Bezahllösungen hinter sich. In den 1990er Jahren galt die GeldKarte als Hoffnungsträger für kleinere Geldbeträge. Nach Giropay folgte Paydirekt, zusätzlich die Sparkassen-App Kwitt. Für das mobile Bezahlen integrierte das Geldhaus die US-Riesen Android und Apple Pay. Wero gilt nun für die europäischen Banken als letzte Hoffnung, eine einfache Lösung für Verbraucher und Händler zu etablieren. Allerdings greift die Sparkassen-Tochter S-Payment mit ihrer Marketingaktion „Deutschland zahlt digital“ den schleppenden Vormarsch von Wero bei Händlern frontal an. Sie promoten lieber S-POS als App oder Lesegerät Cube. Die Lösung, wenn sie sich denn durchsetzt, verspricht höhere Margen. Das Bekenntnis zu Wero ist damit allerdings ziemlich löchrig.