Blickt man auf die vorläufigen Eckzahlen der Nürnberger Sparda-Bank für das Jahr 2025 lässt sich schnell von einem Jahr des Stillstands sprechen. Die Bilanzsumme bei 5,5 Milliarden Euro und am Ende ein Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Euro liegen nur auf Vorjahresniveau. Doch hinter den Kulissen war es für den Chef des seit Jahresbeginn 2026 zweiköpfigen Vorstand, Stefan Schindler, war es ein „Investitionsjahr“. Nach zweijähriger Vorbereitung hat der Wechsel der Bank-IT von langjährigen Partner SDV auf den genossenschaftlichen Riesen Atruvia geklappt. Über 100 Mitarbeiter waren in das Großprojekt eingebunden. Nach drei Probeläufen kamen alle 435 Millionen Datensätze in der neuen IT-Welt an.
„Wir hatten beim Vertrieb den Fuß vom Gas genommen“, so Schindler weiter. Den neue Kunden hätten nach der IT-Umstellung erneut einen Anmeldeprozess durchlaufen müssen. Seinen Angaben zufolge wären 95 Prozent der gut 200.000 Kunden in der neuen Welt angekommen. In dieser Zeit wäre auch das Führungsteam in den 13 Filialen der Direktbank gewesen, um erste Hilfe beim Wechsel zu leisten. Das habe gezeigt, dass manche Kunden die Sparda-Infobriefe gar nicht gelesen hätten. Ein Kunde sei sogar mit seinem Desktop-PC gekommen, um die neue Bank-Verbindung zu bekommen.
Bei den 5.000 Neukunden fällt auf, dass sich 60 Prozent von ihnen für ein gebührenpflichtiges Kontomodell entschieden. „Die Kunden wollen ein hybrides Modell und bei Bedarf einen Ansprechpartner.“ Gleichzeitig treibt Schindler auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) voran. Der Chatbot, der Mails beantworte, Telefongespräche annehme oder naturgemäß auch chatte, könne 90 Prozent der Anliegen fallabschließend beantworten. „Das entlastet unsere Mitarbeiter.“ Zum Jahresende waren nach zuvor 380 nun 412 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 53 Azubis und duale Studenten.
Die sollen sich nun wieder um das eigentliche Geschäft kümmern. Im vergangenen Jahr brach das Geschäft mit Neuzusagen zur Immobilienfinanzierungen um über 18 Prozent auf 375 Millionen Euro ein. Der Gesamtkreditbestand verzeichnete in Summe aber eine Steigerung um 2,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Auch die Kundeneinlagen stiegen um 1,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro an. Insbesondere das Geschäft mit Investmentfonds für den genossenschaftlichen Partner Union Investment profitierte vom florierenden Aktienmarkt. Flankenschutz kam zudem von einer normalisierten Zinskurve an den Finanzmärkten, bei denen langfristige Anlagen wieder mehr Zinsen bekommen als kurzfristige Sparbeträge. Die Nürnberger Sparda bietet mit ihrem „SpardaTagesgeldZukunft“ eine werteorientierte Sparform an. Hier fließt der Spargroschen komplett in Anlagen, die den ESG-Kriterien (dt: Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialaspekte) der einstigen „Reichsbahn-Spar- und-Darlehenskasse“ von Eisenbahn-Mitarbeitern entsprechen.
Bei der Prognose für das laufende Jahr hält sich Schindler mit konkreten Zahlen zurück. Für Impulse soll die bundesweite Werbekampagne unter dem Motto „da, wenn’s zählt“ sorgen. Hierfür haben alle elf Sparda-Institute für eine gemeinsame Markenbildung zusammengelegt.
