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Weihnachtsgeschäft noch ohne Fahrt

HDE-Weihnachtsgeschäft auf dem Niveau der recht schwachen Vorwochen

Für ein unbeschwerten Weihnachtseinkauf sind die Rahmenbedingungen nicht die besten. Für das bundesweite Geschäft fällt die Bilanz des Handelsverbandes Deutschland (HDE) enttäuschend aus. Die Umsatzentwicklung vor dem dritten Advent bewegte sich demnach etwa auf dem Niveau der recht schwachen Vorwochen. Während nur jeder Fünfte mit dem Geschäft in den vergangenen Tagen zufrieden ist, zeigt sich mit 62 Prozent die Mehrheit der Handelsunternehmen unzufrieden. „Dem Weihnachtsgeschäft fehlt es noch immer an Schwung. Umsätze und Kundenfrequenzen sind bislang hinter den Erwartungen der Händler zurückgeblieben“, so die ernüchternde Bilanz des HDE. Derzeit liegt die Prognose für das diesjährige Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember bei etwa 126 Milliarden Euro. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein – nominales – Plus von 1,5 Prozent.

„Der bayerische Trend im Weihnachtsgeschäft fällt nicht so schlimm aus“, konstatiert Andreas Schöffel, mittelfränkischer Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbandes, in einem Zwischenfazit. Auch für die Nürnberger Einzelhändler laufe es, so sein subjektiver Eindruck, nicht so schlecht. Solche Rückmeldungen habe er auch von Händlern bekommen. Gleichwohl „könnte die Kauflust noch an Fahrt aufnehmen“.

Hoffnung setzt Schöffel auch auf den Kalender: „Das Weihnachtsgeschäft ist erst an Heilig Drei Könige vorbei.“ Wenn es gut läuft, haben Verbraucher am 5. Januar noch frei und gehen in die Innenstädte zum Shoppen. Läuft es für den Einzelhandel besonders gut, könnte die erste volle Kalenderwoche im neuen Jahr noch zum Flanieren und Einkaufen genutzt werden.

Zuletzt prognostizierte das GfK-Konsumklima eine verbesserte Anschaffungsneigung und eine rückläufige Sparneigung zum Jahresende. Allerdings verhindert die Verschlechterung der Einkommensaussichten eine stärkere Erholung.Transformation uns Konjunktur kommen nicht recht auf Touren, Firmeninsolvenzen und Stellenabbau sorgen für weitere Verunsicherung.

Dabei hat die Politik zumindest schon ihre Weihnachtsgeschenke verteilt, denen am Freitag der Bundesrat noch grünes Licht geben muss. Die Wohltaten finden sich im Steueränderungsgesetz 2025 zustimmt. In dem Gesetzespaket findet sich etwa die Umsatzsteuersenkung für die Gastronomie zum Jahreswechsel von derzeit 19 Prozent auf sieben Prozent. Das kostet den Staat rund 3,6 Milliarden Euro. Weil davon aber kaum geringere Preise auf der Speisekarten zu erwarten sind, bemängeln es manche Kritiker als reine Branchensubvention. Als weitere Wohltat zumindest für vielfahrende Verbraucher kommt die neue Pendlerpauschale. Sie beschert Berufspendlern ab Januar 38 Cent statt 30 Cent ab dem ersten gefahrenen Kilometer. Das sind in Summe voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro. Ob diese Wohltaten die Kauflust stimulieren muss sich erst noch erweisen.