Die VR Teilhaberbank Metropolregion Nürnberg will der genossenschaftlichen Kernidee der Selbsthilfe und Teilhabe zusätzliches Leben einhauchen. Nach der Devise „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ bündelten 2021 drei VR-Banken ihr Geschäft. Damit folgten die VR Bank Nürnberg, die VR Fürth-Neustadt-Uffenheim und die VR Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach der Idee von Friedrich Raiffeisen. Eine branchenüblichen Filialschließung sei allerdings kein Thema, betonte Vorstandschef Dirk Helmbrecht bei der Vorlage seiner Bilanzzahlen für 2025. Stattdessen halten man an den 40 Filialen mit Beratung fest. Sie werden in den nächsten Jahren schrittweise modernisiert und teils zu Finanztreffs umgebaut.

Auf diese Weise zwingt die VR Teilhaberbank ihre Kunden nicht in das günstigere Onlinebanking. Man wolle vielmehr den persönlichen Kontakt intensivieren. Dabei geht es nicht nur um Kontofragen oder eine Baufinanzierung. „Wir wollen im Finanztreff Menschen zusammenbringen.“ In der umgebauten Hauptniederlassung in Neustadt a.d.Aisch werde es bereits praktiziert. Über das Geldgeschäft hinaus stehe der Finanztreff auch Firmen oder Vereine offen. So habe man etwa schon ein Playstation-Turnier organisiert. Selbst mobile worker können dort den Co-Working-Space nutzen und sich einen Arbeitsplatz buchen. Dieses Begegnungskonzept verdient durchaus Anerkennung, nicht nur im ländlichen Raum. Zumal 2025 auch die Zahl der Mitarbeiter gegen den Markttrend um 20 auf 740 Beschäftigte zulegte, darunter 41 Azubis. Dagegen machen bundesweit Jahr für Jahr im Schnitt mehr als 1.000 Zweigstellen der Finanzbranche dicht. Das genossenschaftliche Geldhaus hat daher auch im letzten Jahr ihren Namen VR Metropolregion Nürnberg in VR TeilhaberBank Metropolregion Nürnberg geändert.
Wie gut das Konzept am Ende auch geschäftlich wirkt, bleibt abzuwarten. Immerhin können Sich die Zahlen für das abgelaufene Jahr sehen lassen. „2025 war sehr erfolgreich mit erfreulichen Wachstumsraten“, freute sich Helmbrecht. Und das, obwohl die Konjunktur noch nicht gut angelaufen und die Baubranche noch nicht über den Berg sei. Die Bilanzsumme stieg um 4,3 % auf 5,5 Milliarden Euro. Damit belege die Bank weiter Platz 1 unter den Volks- und Raiffeisenbanken in Nordbayern. Allerdings kommt auch die genossenschaftliche Sparda Nürnberg auf die gleiche Bilanzsumme. Das Einlagengeschäft mit bilanzwirksamen Kundengeldern sowie Wertpapier- und
Vermittlungsgeschäft legte um 5,4 % auf rund 12,9 Milliarden Euro zu. Im Schatten florierender Börsen rund um den Globus verbuchten Wertpapiere und Fonds Zuwachsraten von rund 13 % bzw. knapp 10 %. Kurzfristige Anlagenformen wie Sicht- und Tagesgelder wuchsen angesichts verunsicherter Verbraucher um über 10 %. Das Kreditgeschäft kam um 230 Millionen Euro auf rund 4,1 Milliarden Euro voran. Unterm Strich hat sich der Jahresüberschuss auch Dank eines starken Zinsgeschäftes und einem moderaten Plus bei den Betriebskosten auf 12 Millionen Euro fast verdoppelt. Als Bilanzgewinn weist Helmbrecht nach zuvor 5,2 Mio. Euro nun 6,1 Mio. Euro aus.
