Der Mediendienst Kress berichtet über einen ungewöhnlichen Befreiungsschlag vom Verlag Nürnberger Presse (VNP). Das Nürnberger Traditionsunternehmen mit seinem Flaggschiff Nürnberger Nachrichten beklagte sich demnach in einem Schreiben an Ministerpräsident Söder über Verkaufsgerüchte aus Politik und Wirtschaft. Laut Kress, dem der Brief vorliegt, entbehrten die Gerüchte „jeglicher Grundlage“. Kaufinteresse werde den Verlagen in Passau und Augsburg nachgesagt.
In Passau sitzt die Mediengruppe Bayern, die eine expansive Wachstumspolitik verfolgt. Sie hatte im letzten Jahr den Fränkischen Tag in Bamberg übernommen. Mit dem Kauf kamen auch die Bayerische Rundschau, das Coburger Tageblatt und die Saale-Zeitung ins Portfolio der Mediengruppe Bayern. Im Bestand waren bereits der Donaukurier in Ingolstadt und die Mittelbayerische Zeitung in Regensburg.
Generell ist der Druck in der Zeitungslandschaft groß. Der letzten Umsatzerhebung des Branchenverbandes BDZV hatten die deutschen Zeitungsverlage mit weiteren Umsatzrückgängen zu kämpfen. Die deutschen Zeitungen erzielten Erlöse von knapp 6,4 Milliarden Euro, ein Minus von 4,6 Prozent. Dafür sorgten erneut zweistellige Einbußen im Anzeigengeschäft. Die Vertriebsumsätze gingen nur gering zurück. Dafür befindet sich das Digitalgeschäft weiter im Aufwind.
Diese Veränderungen setzen auch dem VNP zu. Angesichts einer sinkenden Auflage hat sich das Familienunternehmen ein Transformationsprogramm verordnet. Dafür streicht der Verlag in den kommenden Jahren rund 110 Vollzeitstellen. Bis 2028 abgeschlossen soll dieses Ziel mit einem Freiwilligenprogramm, monetären Abfindungsleistungen und durch eine Transferagentur sozialverträglich erreicht werden.
Gleichzeitig will das Schwestern-Duo an der Verlagsspitze bis 2030 jeden zweiten Haushalt in der Region mit seinen Angeboten erreichen. Dafür setzt VNP auf ein wachsenden Digitalangebot rund um E-Paper und digitale Portale.
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