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vbw: Lage der Kreativen angespannt

Lage der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft ist weiterhin angespannt

Kreativität als schöpferische Praxis ist die Kernkompetenz der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK). Sie kann dabei helfen, neue Antworten in Bildung, Forschung oder Wirtschaft zu finden. Darüber hinaus ist die KuK selbst zu einem zentralen Wirt­schaftsfaktor herangereift. Zu ihm gehören nicht nur darstellende Künste, der Kunstmarkt oder die Filmwirtschaft. Auch die Musikwirtschaft, Architektur, Rundfunk, Werbung sowie Software und Games gehören in diese Sparte. Der dritte bayerische Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht bezifferte den Umsatz der insgesamt elf Sparten auf 44 Milliarden Euro. Knapp 35.000 Menschen verdienen in der KuK ihr Geld, darunter mehr als drei Viertel als Soloselbstständige. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) kommt in ihrem neuen Studie zum KreativIndex zum Schluss: Die Lage der KuK in Bayern ist weiter angespannt.

Für den KreativIndex berechnete IW Consult drei Teilindizes für Beschäftigung, Expertenmeinung und Medienecho. „Die Branche bleibt in ihrer Entwicklung hinter der bayerischen Gesamtwirtschaft zurück und steht weiterhin vor der Herausforderung, sich zu stabilisieren“, so vbw-Chef Bertram Brossardt. So ist etwa die Erwerbstätigkeit im zweiten Jahr in Folge rückläufig. Die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt rund 3,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat. Auch Carola Kupfer, Präsidentin des Bayerischen Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft (BLVKK) ist alles andere als zufrieden. „Die Branche steht nicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell unter Druck.“

Laut Studie rechnet die Kreativbranche nicht damit, dass der Milliardenregen aus dem Sondervermögen kurzfristig auch bei ihr ankommt. Dafür wären die oftmals angemahnten Förderprogramme hilfreich. Daher mahnt Brossardt: „Für die vbw ist die Stärkung kreativer, kultureller und technologischer Kompetenzen ein entscheidender Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit, Zukunftsfähigkeit und Gestaltungsfähigkeit Bayerns und Deutschlands insgesamt zu sichern.“

Ein Blick in die Spielwarenmesse zeigt die Vielfalt der internationalen KuK. Unter den Ausstellern zeigt auch das Zirndorfer Startup Momentum Games Flagge. Das Gründertrio hat 2021 die gemeinsame Leidenschaft für Krimis zu einem Geschäftsmodell geformt. Die Crime Cases sind interaktive Krimispiele, bei denen die Spieler auch mit Online-Spuren die Fälle lösen können.