Die Ziele der Nürnberger Umweltbank sind ehrgeizig. Bis zum Jahr 2028 will das grüne Geldhaus seine Zahl an Privatkunden auf 500.000 mehr als verdoppeln. Ein kleiner Baustein sind die rund 35.000 Kunden der Triodos Bank N.V. Deutschland. Die niederländische Triodos, ein Pionier nachhaltiger Geldgeschäfte, trennt sich von ihrem Deutschlandgeschäft bis voraussichtlich zum nächsten Jahr. Ihren Kunden rät sie, zum Nürnberger Institut zu wechseln. Hier könnten ihre nachhaltigen Bankgeschäfte fortsetzen. Noch wichtiger – und teurer – im harten Wettbewerb um Bankkunden ist die neue Startprämie für das nachhaltige Girokonto der Umweltbank. Dazu gebe es laut Vorstand Dietmar von Blücher keine Alternative, sagte er bei einer Präsentation der Zahlen: „Wir wollen und wir müssen weiter wachsen.“
Neben Sparprodukten sehen die Umweltbanker ihr Girokonto als starken Treiber der Kundeneinlagen. Deshalb offerieren sie für neue Girokunden eine Startprämie von 100 Euro plus weitere 50 Euro Spende NABU, den Naturschutzbund Deutschland. Zudem entfallen in den ersten zwölf Monaten nach Kontoeröffnung die Kontoführungsgebühren von 4,90 Euro im Monat. Außerdem bekommen Kunden, die ihr ökologisches Bewusstsein demonstrieren wollen, eine Kreditkarte aus Holz und eine Debitkarte aus recyceltem Plastik. „Wir werden die nachhaltigste Universalbank“, lautet die Marschrichtung. Im Köcher finden sich unter anderem ein vergrößertes Ausweitung des Wertpapierangebot, die Finanzierung von Baugemeinschaften und eventuell auch ein Ratenkredit.
2025 mehr Kunden aber weniger Kreditneugeschäft
Im vergangenen Jahr Geschäftsjahr 2025 legte die Zahl der Privatkunden um rund 29.000 auf 184.000. Den vorläufigen Zahlen zufolge hat die ökologischen Bank ein Ergebnis vor Steuern von 6,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Damit hat sich das Geschäft nach Verlustjahren wieder in den positiven Bereich gedreht. Der Jahresüberschuss sprangt nach mageren Vorjahren auf 14 Mio. Euro. Dazu trugen auch 5 Mio. Euro aus der Auflösung von Rücklagen (340g HGB) bei. Das Kreditvolumen schrumpfte 2025 von zu vor 3,5 Mrd. Euro auf 3,1 Mrd. Euro. Das Kreditneugeschäft hatte sich im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte auf 120 Mio. Euro halbiert.
Das soll im laufenden Jahr anders werden. Der Vorstand rechnet beim Kreditneugeschäft mit einem Sprung auf 450 Mio. Euro. Einerseits verzeichnet die Bank eine hohe Nachfrage nach Finanzierungen im Bereich erneuerbare Energien sowie für nachhaltige Immobilien. Andererseits erweitert insbesondere die erfolgreiche Kapitalerhöhung im September 2025 den Spielraum für die Kreditvergabe. Die Privatkundeneinlagen sollen nach 4,3 Mrd. Euro 2026 um über eine Milliarde Euro auf rund 5,4 Mrd. Euro anwachsen. Aktuell beschäftigt das Geldhaus 360 Mitarbeiter, die im Herbst nach einiger Verzögerung in den Prestigebau Umwelthaus einziehen sollen.
