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Genossenschaftliche Energiewende von unten

Solarstrom steuerte bereits 2025 rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei

Deutschland hat beim Ausbau der Solarenergie einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die bundesweit installierte Photovoltaik-Leistung hat im August die Marke von 128 Gigawattpeak (GWp) überschritten. Damit ist das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 vorzeitig erreicht. Mittlerweile sind mehr als sechs Millionen Solarstromanlagen in Deutschland installiert. Solarstrom steuerte bereits 2025 rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) sind die nächsten Etappenziele jedoch gefährdet. Der Verband warnt vor einem Ausbauknick infolge geplanter Änderungen. Vor der Sommerpause hatte das Kabinett noch einen Entwurf für die Anpassung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) auf den Weg gebraucht, um die finanzielle „Überförderung“ bei Privatleuten und Investoren einzudämmen.

Vor diesem Hintergrund ist das Engagement der genossenschaftlichen fei Bürgerenergie aus Bamberg beachtenswert. Die 2022 gegründete Bürgerenergiegenossenschaft nahm gerade eine 99-kWp-Solaranlage in Erlangen auf einem Dach im Röthelheimpark in Betrieb. Sie versorgt jetzt die Mieter Softgate und FIS Franconian International School im Gebäude direkt mit Strom. Als Eigentümerin des Gebäudes hat die Nürnberger PSD Bank Nürnberg die Dachfläche zur Verfügung gestellt.

„Dieses Projekt zeigt, was der Genossenschaftsgedanke heute leisten kann“, sagt Joshua Kurz, Vorstand der fei. „Zwei Unternehmen bündeln ihre Stärken, bringen ein neuartiges Versorgungsmodell zum Laufen – und am Ende kommt günstiger Solarstrom vom eigenen Dach bei den Menschen vor Ort an.“ Mit rund 88.000 Kilowattstunden erwartetem Jahresertrag ist die Anlage das Flaggschiff der jungen Genossenschaft, die 2026 vier Dach-Anlagen mit zusammen 257 kWp ans Netz bringt. Die neue Anlage ist die bislang größte der fei Bürgerenergie-Genossen.

Das junge GGV-Konzept

Rechtlich beruht die Versorgung auf der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV). Sie gilt als anspruchsvoller als eine klassische Volleinspeisung, weil Messkonzept, Liefervertrag und Netzanschluss zwischen mehreren Beteiligten sauber ineinandergreifen müssen. Abnehmer haben einen Gebäudestromnutzungsvertrag für den PV-Strom und behalten daneben ihren klassischen Stromliefervertrag für den Reststrom – den Anbieter dafür können sie frei wählen. Der gesetzliche Rahmen hierfür ist seit 2024 im Energierecht verankert. Mit den Stadtwerken Erlangen und dem Messstellenbetreiber Neugemacht habe die fei zwei konstruktive Partner an ihrer Seite gehabt. Das Röthelheim-Projekt ist für fei eine Blaupause entstanden, mit der weitere GGV-Projekte in der Region entstehen können.

Die fei Bürgerenergie will die Energiewende in Franken in Bürgerhand voranbringen. Mit über 400 Mitgliedern finanziert, baut und betreibt die Genossenschaft Photovoltaikanlagen in Bamberg, Würzburg und Erlangen. Allein 2026 gehen vier Dachanlagen mit zusammen 257 Kilowatt Leistung ans Netz. Sie reichen vom klassischen Mieterstrom bis zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung. Das Prinzip ist einfach: Bürger beteiligen sich mit mindestens 100 Euro, die Genossenschaft investiert das Kapital in konkrete Anlagen vor Ort.

Beitragsbild: fei Bürgerenergie