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Galeria erneut im Insolvenzverfahren

Neues Insolvenzverfahren für die gebeutelte Warenhausgruppe Galeria eröffnet

Das Aktenzeichen 502 IN 258/26 vom Amtsgericht Düsseldorf hat etwas Gutes. Denn eigentlich wird ein neues Insolvenzverfahren nur dann eröffnet, wenn das vorherige ordentlich abgeschlossen ist. Nun ist erneut der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die gebeutelte Warenhausgruppe Galeria bestellt. Damit ist für das Unternehmen die sofortige Zahlungsunfähigkeit abgewendet. Sonst wären die mittlerweile nur noch bundesweit 12.000 Mitarbeiter, davon 250 in Nürnberg und Erlangen, über Nacht arbeitslos gewesen. Aktuell gibt es noch 83 Filialen in Deutschland mit Verkaufsflächen zwischen 3.000 qm und 30.000 qm.

Von dem in diesem Jahr leicht steigenden Umsatz im bundesweiten Einzelhandel konnte das Warenhaus anscheinend nicht ausreichend profitieren. In Summe legte das Geschäft stationär und online um nominal 2,2 Prozent zu. Auch 2025 war insgesamt mit 3,8 Prozent ein solides Jahr in einem flauen Umfeld. Laut Börsen-Zeitung lagen die Erlöse kurz vor Jahresende gegen den Trend bei 10 Prozent unter dem Vorjahr, berichtete die Immobilien-Zeitung. Demnach käme Galeria 2025 auf 1,8 Mrd. Euro Umsatz. Vor 30 Jahren hatte allein Karstadt – ohne die 80 Häuser von Kaufhof und die übernommenen Hertie-Objekte – über 90 Standorte. Damals hatte Karstadt noch einen Umsatz von rund 7,8 Milliarden Euro. Nach Ostern 2026 hatten sich die Berichte vermehrt, dass Galeria bei seinen Vermietern um Erlass oder Aufschub gebeten hatte.

Ob dieses Mal die Beschäftigten von einem Insolvenzgeld profitieren, ist aktuell noch unklar. Denn eigentlich müsste zunächst die gerichtliche „Planüberwachung“ des letzten Verfahrens abgeschlossen sein. Die Bundesagentur für Arbeit, die das Geld auszahlt, hat allerdings einen gewissen Spielraum. Falls Insolvenzgeld fließt, dann maximal für drei Monate in Höhe des eigentlichen Nettogehaltes.

Zukunftsstrategie offen

Viel interessanter ist die Frage nach dem Zukunftskonzept und welche Standorte überhaupt noch eine Perspektive haben. Manch ein Handelsexperte sieht weitere 30 Häuser vor der Schließung. Einige empfehlen einen stärkeren Fokus auf profitable Segmente, andere sehen in weiteren Untermietern den Weg zu reduzierten Kosten. Im vergangenen Jahr etwa startete die Kooperation mit dem Sportspezialist Decathlon. Er nutzt Flächen zwischen 1.500 und 3.500 Quadratmetern, um mit eigenen Mitarbeitern sein sportliches Sortiment zu präsentieren.