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Klimawandel wird für Nürnberg zur Belastung

Nürnberg will sich mit Hitzeaktionsplan gegen Folgen des Klimawandels stemmen

Mit einem Hitzeaktionsplan will sich die Stadt Nürnberg gegen die Folgen des Klimawandels stemmen. Die letzte Hitzewelle steht exemplarisch für eine steigende Zahl an schweißtreibenden Hitzetagen und sogenannten tropischen Nächten. Tagsüber klettern die Temperaturen teils deutlich über 30 Grad und nachts sinken sie nicht unter 20 Grad. Das Nürnberger Umwelt- und Gesundheitsreferat rechnet damit, dass sich die Hitzetage bis 2050 voraussichtlich verdoppeln. Das ist nicht nur für Unternehmen ein zusätzlicher Kostenfaktor, wie jüngst eine Studie der Allianz Trade berechnete. Auch individuell gelten die Risiken von Hitze als oftmals unterschätzt. Bereits bei Temperaturen ab 26 Grad kommt es zu physiologischen Veränderungen im menschlichen Körper. Der Blutdruck fällt und durch vermehrtes Schwitzen kommt es zu Flüssigkeitsverlusten, das Herz-Kreislauf-System wird stärker belastet. Als typische Symptome gelten Schwindel, Kopfschmerz, Erschöpfung und Benommenheit.

Allein für Bayern schätzt das Robert Koch Institut, RKI, die Zahl hitzebedingter Sterbefälle im Sommer 2026 auf 942. Deren Daten zeigen, dass mit steigenden Alter die Gefährdung umso höher ist. In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod. In den meisten Fällen sorgt die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen für steigende Sterbefälle.

Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, warnt: „Extremhitze ist längst eine der größten Gesundheitsgefahren in Städten.“ Ein Baustein des Hitzeplans ist die Information der Nürnberger. Dafür dienen beispielsweise die Teilnahme etwa am bundesweiten Hitzeaktionstag im Juni und der Infostand mit Infos und einem kühlenden Sprühvernebler diese Woche am Hauptmarkt. Dort war beispielsweise auch zu erfahren, dass mittlerweile allein in der Altstadt fünf Trinkbrunnen sprudeln.

Die beschilderten Standorte finden sich auch online unter hitze.nuernberg.de. Dort gibt es auch je Menge weitere Infos. Es finden sich Wetterdaten oder Refill-Geschäfte, in denen man kostenlos seine Trinkflasche auffüllen kann. Eine Karte zeigt zudem kühle Kirchen und öffentliche Gebäude sowie schattige Grünflächen und Pocket-Parks.

Die FAZ hatte gerade eine kleine Sammlung von Maßnahmen zusammengefasst. Demnach hat beispielsweise Leipzig seine Notunterkünfte auch tagsüber für Betroffene geöffnet. In Bielefeld koordiniert die Verwaltung Hitzepaten, die unter anderem Einkäufe für Senioren übernähmen. Die Zeitung nennt auch ein Angebot Mainzer Hotels, die bereits im zweiten Jahr bei Temperaturen über 33 Grad Anwohnern zu einem günstigen Preis übernachten lassen.

Die Hitzewellen sind allerdings nur eine Facette des Klimawandels. Zu den Wetterextremen mit Hitze und Trockenheit gehören auch Starkregen und Überflutungen, teils verbunden mit Sturm. Daran erinnerte gerade auch der fünfte Jahrestag der verheerenden Flut im Ahrtal. Sie kostete 135 Menschenleben und das Bundesinnenministeriums schätzt die Schäden auf mehr als 30 Milliarden Euro.

Nürnberg setzt daher auch auf ein Aktionsprogramm Starkregen. Allein in diesem Sommer trafen bereits zweimal schwere Unwetter mit orkanartigen Böen, Starkregen und Hagel die Noris. Dabei wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, Verkehrswege blockiert und Menschen in Gefahr gebracht.

Ein wichtiger Ansatz ist das Leitbild der Schwammstadt, dass Wassermaßen auffängt, den Abfluss bremst und mehr Fläche zum Versickern gibt. Den einzigen Nachteil bei der Umsetzung angesichts chronisch klammer Kassen bringt Walthelm so auf den Punkt: „Hierfür sind finanzielle und personelle Ressourcen unabdingbar.“

www.faz.net/die-besten-hitzeschutzideen-europaeischer-staedte (Abo)