Das Neubauprojekt der WBG Nürnberg steht für bezahlbaren Wohnraum. Das Wohngebiet „SchönLebenPark“ bekommt an der Rückseite der BertoltBrecht-Schule ein fünfgeschossiges Wohngebäude mit 34 Mietwohnungen. Erstmals kommt hier das von der Stadt Nürnberg ins Leben gerufene Modell des preisgedämpften Wohnens zum Einsatz. Es ist eine Antwort der Kommune auf den Förderstopp der Bayerischen Staatsregierung für geförderten Wohnungsbau im letzten Jahr. Die Mittel der öffentlichen Hand zur sogenannten einkommensorientierten Förderung (EOF) konnten die vielen Anträge nicht bedienen. Ohne diese Zuschüsse winken Bauträger und Projektentwickler ab. Angesichts der hohen Baukosten sei ein Neubau kaum wirtschaftlich darstellbar. Bereits 2024 legten etwa Preise für neue Eigentumswohnungen auf 4.500 und 8.800 Euro pro Quadratmeter zu.
Das Konzept des preisgedämpften Wohnungsbaus greift dann, wenn vor der geplanten Antragstellung die Fördermittel voraussichtlich nicht verfügbar oder ausgeschöpft sind. Es sieht eine Mietobergrenze vor, die zu Beginn der Vermietung die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um 10 Prozent übersteigen darf. Wohnberechtigt sind ausschließlich Haushalte mit Einkommen der EOF-Stufe II und III. Die Bindungsdauer beträgt mindestens 25 Jahre und wird im Grundbuch verbrieft. Außerdem darf der Bauherr von den EOF-Vorgaben etwa zur Barrierefreiheit teilweise abweichen.
Der Neubau mit seiner klaren Architektur findet bei Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier großen Zuspruch: „Es ist ein Meilenstein des preisgedämpften Wohnens, das WBG-Projekt ist ein absoluter Pilot.“ Es werde zwar wieder EOF-Fördermittel geben, aber nicht mehr so viel wie früher. Deshalb müsse man andere Wege beschreiten. Denn die Zahl der Einwohner der Frankenmetropole steigt und „Menschen müssen bezahlbar wohnen“. Einen Sog hat das Nürnberger Modell allerdings noch nicht entfaltet. Nach der WBG folgen nun zwei weitere Bauträger, einer probiert das Modell mit sieben Wohneinheiten aus.
Etwas günstiger Bauen
Allerdings hat die WBG auf möglichen „Schnickschnack“ bei der Planung verzichtet, ergänzt WBG-Chef Ralf Schekira. Die Grundrisse sind zu Kosteneinsparung standardisiert. Nur eine Etage sei barrierefrei, der Rest wird dank des Modellcharakters barrierearm und damit günstiger ausgeführt. Das Objekt mit seinen hellen Laubengängen entlang der Ursula-Wolfring-Straße verfügt auch über eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen. Alle Wohnungen verfügen über private Außenräume.
Mieter im Erdgeschoss haben Nutzergärten und in den oberen Etagen gibt es Balkone. Die Fußbodenheizung bezieht ihre Wärme vom benachbarten Schülerwohnheims. Die Energie stammt überwiegend aus Geothermie und wird durch Fernwärme ergänzt. Eine PV-Anlage liefert Strom für Haustechnik und Allgemeinbereiche. Der Bezug ist voraussichtlich im ersten Quartal 2028. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 13,5 Millionen Euro.
Mit Projekten wie im SchönLebenPark stärkt Nürnberg seine soziale Durchmischung und schafft Perspektiven für unterschiedliche Einkommensgruppen. „Das ist wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, betont Heilmaier. In die gleiche Kerbe schlägt Schekira: „Mit dem SchönLebenPark zeigen wir einmal mehr unseren Anspruch an die Gestaltung von LebensRäumen, Wohneigentum und Mietwohnungen in einer Nachbarschaft.“
