Zum Inhalt springen

Investpreise für Immobilien bremsen Markt

Immobilieninvestments schrumpften 2025 um über 15 Prozent auf 541 Millionen Euro

Der Nürnberger Markt für gewerbliche Immobilieninvestments hat im vergangenen Jahr seinen Erholungskurs unterbrochen. Die Investitionen schrumpften 2025 um über 15 Prozent auf 541 Millionen Euro. Im Vergleich zum Durchschnitt der zehn Vorjahre gaben Investoren gerade mal die Hälfte für Käufe von Büros oder Wohnkomplexen aus. Das geht aus dem „Marktbericht Immobilieninvestments Nürnberg 2025/2026“ der Immobilienberatung Küspert & Küspert hervor. Das geringe Transaktionsvolumen liegt laut Wolfgang P. Küspert nicht in fehlendem Interesse der Käufer. „Käufer und Verkäufer finden preislich nicht zusammen. Die Erwartungen und Möglichkeiten sind zu unterschiedlich.“ Gerade die Finanzierungskosten sind für potenzielle Käufer ein Bremsklotz. Die im Pulverdampf des Angriffs auf den Iran gestiegenen Zinsen machen auf eine Erholung wenig Mut.

ifo: Wohnbau schwächelt weiter

So kommt das Problem von fehlenden Wohnraum trotz Bauturbo und politischen Zielen nicht voran. Das ist für die 548.000 Nürnberger und denjenigen, die sich in der Frankenmetropole ansiedeln möchten, keine gute Nachricht. Gerade hat etwa das EU-Parlament gegen die Wohnraumkrise mehr steuerliche Anreize, Renovierungen und weniger Bürokratie gefordert. „Auch wenn in Europa wieder mehr Wohnungen gebaut werden, wird der Aufschwung in Deutschland dagegen erst verzögert einsetzen und nur moderat ausfallen“, sagt Ludwig Dorffmeister, Bauexperte beim ifo-Institut. Nach einem Rückgang auf 205.000 Wohnungen im Jahr 2025, fallen die Fertigstellungen in Deutschland in diesem Jahr zunächst weiter auf 185.000 Einheiten. 2027 steigt die Zahl wieder auf 205.000 und 2028 auf 215.000 Einheiten. 2028 wird die Fertigstellungszahl aber noch um 15 Prozent unter dem Wert von 2024 liegen. „Auf dem deutschen Wohnungsmarkt liegen Projektkosten und Zahlungsbereitschaft in vielen Fällen weiter deutlich auseinander“, so Dorffmeister weiter. „Die zahlreichen Initiativen zur Kostensenkung und Verfahrensbeschleunigung konnten bislang nicht die gewünschte Wirkung entfalten.“

Immerhin ist in Nürnberg das Segment institutionelles Wohnen vergleichsweise stark nachgefragt. Das Volumen sinkt im Jahresvergleich deutlich um knapp 20 Prozent auf 226 Millionen Euro. Insgesamt macht es aber knapp 42 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens aus. Damit setzt das Segment erneut seine tragende Rolle im Nürnberger Investmentmarkt fort. Es folgen die Assetklassen Gesundheit / Bildung und überraschenderweise das Geschäft mit Hotels. Dann folgt Industrie / Logistik. Der gebeutelte Büromarkt rangiert mit 10 Prozent noch beachtlich hinter den Grundstückskäufen von Projektentwicklern, die sich damit vorsichtig für die Zukunft in Stellung bringen. Küspert rechnet auch für dieses und das kommende Jahr mit einem starken Anteil des institutionellen Wohnens.

Andrea Heilmaier, Wirtschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, gewinnt der Erhebung etwas Positives ab. „Nürnberg steht im Vergleich sehr gut da – trotz der schlechten Rahmenbedingungen. Die wachsende Stadt sorge für eine konsequent zulegende Nachfrage. Allerdings hielten sich die Wohnungsinvestoren derzeit etwas zurück. Im vergangenen Jahr waren die Fördergelder für das einkommensorientierte Wohnen (EOF) schnell vergeben, viele Anfragen gingen leer aus. Auch in diesem Jahr war die erste Tranche schnell vergriffen. Heilmaier hofft, dass das stadteigene Konzept des preisgedämpften Bauens, etwas Entlastung schafft. Hier verzichtet die Stadt auf manche Auflagen, um Wohnungsbau zu erleichtern.

Die Aktivitäten in der Sparte Industrie und Logistik verschafft der Wirtschaftsreferentin Genugtuung. „Nürnberg ist und bleibt ein Industriestandort.“ Das konstatiert sie mit Blick auf Investitionen etwa von MAN und Siemens Energy. Auch im Cluster Künstliche Intelligenz (KI) werde Geld in die Hand genommen.

nue-news.de: Nürnberg pilotiert preisgedämpften Wohnraum